Originaltitel : Blood Legacy

Alternativtitel : Legacy of Blood

Herstellungsland : USA

Erscheinungsjahr : 1971

Regie : Carl Monson

Darsteller : John Carradine,Rodolfo Acosta,Merry Anders,Norman Bartold,Ivy Bethune u.a.

Laufzeit : 94:38 (NTSC)

Freigabe : ungeprüft (deutsches VHS), Rated R (USA)

Story :

Der Kopf der Dean Familie, Christopher Dean, ist verstorben und ein Nachlassverwalter lädt zur Testamentsverlesung.
Die Kinder der Dean Familie sowie die drei Bediensteten sind angereist damit das Testament, welches auf einem Tonband aufgezeichnet ist, eröffnet werden kann.
Einige der Nachfahren sind mit Anhang angereist; Gregory mit Ehefrau Laura und Leslie, die unter Albträumen und Wahnvorstellungen leidet mit ihrem Ehemann und Psychiater Carl.
Aber auch Sohnemann Johnny scheint nicht ganz dicht im Oberstübchen zu sein, denn auch er leidet unter Wahnvorstellungen.
Oder entsprechen seine Flashback-Visionen gar der Wahrheit und ein Geheimnis das besser niemand erfährt lastet auf der Familie?
Auch Veronica ist nicht ganz koscher, sie ist eine gierige,berechnende und abtrünnige Schlange.
Der einzige der noch alle Tassen im Schrank hat scheint Gregory zu sein.

Die Haushälterin Elga, der Chauffeur Frank und der Hausverwalter Igor sollen jeweils 1 Millionen Dollar aus dem Nachlass erhalten für die loyalen Dienste über all die Jahre.
Für die Kinder Leslie, Johnny, Victoria und Gregory bleiben somit noch 136 Millionen Dollar die unter ihnen anteilsmäßig aufgeteilt werden, sofern keiner von ihnen zuvor dem ehrenwerten Papa beim Radieschen von unten anschauen Gesellschaft leistet.
Diese Klausel die Christopher Dean in das Testament eingefügt hat könnte auch durchaus Früchte tragen, denn bei dieser Konstelation von Familienmitgliedern schein es nur eine Frage der Zeit zu sein bis sie sich untereinander an die Gurgel gehen.
Aber auch unter den Bediensteten scheint nicht alles im Reinen zu sein!
Igor gibt sich mit Vorliebe seinen masochistisch Neigungen hin und läßt sich mit Rohrstock und Peitsche verprügeln oder fröhnt der Selbstkasteiung.
Chauffeur Frank hat einen seltsamen Faible für Waffen und sein Zimmer zieren Hakenkreuzflaggen und es sieht aus als wäre es ein Drittes Reich Museum; auch wenn er offensichtlich etwas gegen Deutsche hat.

 

Um es mal mit Frank's Worten zu sagen :

"Ein Kraut hat einst ein Bajonett in mich reingerammt. Ich habe eine Lampe aus ihm gemacht!" 

Und auch Haushälterin Elga scheint irgendetwas im Schilde zu führen, auch wenn sie sich von den dreien noch am unaufälligsten verhält.
Nachdem alle Anwesenden grade mal einige im Haus sind geschieht auch schon das erste "Unglück" und Laura's Hund wird ermordet und von ihr und Gregory im Gartenteich tot aufgefunden.
Man verspricht sich mit der Hilfe vom örtlichen Sheriff den grausamen Mord an dem vierbeinigem Freund aufklären zu können und erste Ermittlungen werden gemacht.
Als der Gesetzeshüter das Haus wieder verlässt bemerkt er nicht das er von einem unbekannte mitsamt Axt verfolgt wird und diese fehlende Aufmerksamkeit kostet auch in sein Leben.
Die Sippschafft im Haus stellt kurz darauf fest, das jemand den Braten im Kühlschrank gegen den abgetrennten Kopf des Sherrifs ausgetauscht hat und somit die Bedeutung "Head of the Police" eine ganz neue Bedeutung bekommt.
Wird dieser Mord der letzte bleiben oder werden noch mehr Anwesende das Zeitliche segnen?
Und wer hat es auf sie alle abgesehen und will sich das ganze Vermögen unter den Nagel reißen?

Bewertung :

BLUTIGE VERSCHWÖRUNG kann man am besten als Genrebastard aus Erbschaftskrimi mit Horrorfilm und Giallo Motiven beschreiben.
Zweifellos ist der Film ein Relikt der frühen 70ger; ein Produkt aus den tiefen Wirrungen der Drive-In und Grindhouse Ära.

Plottechnisch erinnert es ein wenig an Mario Bava's BAY OF BLOOD, kommt aber leider an desen Qualität bezüglich der Härte und auch der stimmigen Umsetzung nicht ran.
Man hätte hier wirklich mehr rausholen können wenn man etwas mehr am Script und den Dialogen gearbeitet hätte, denn leider dümpelt der Film ein wenig vor sich hin.
Die ganze Zeit über macht des Geschehen leider sehr den Eindruck als hätte man hier ein cineastisches Wollknäuel aus gefühlten 14 Nebenplots die es zu entwirren gilt um an den Haupthandlungsstrang zu kommen.

Auch wenn die Story ein wenig Altbacken erscheint war Potenzial gegeben, aber Regisseur Carl Monson (DER SCHLÄCHTER, PLEASE DONT EAT MY MOTHER) hatte die Geschichte als auch eine tolle Kulisse nicht wirklich geschickt für den Film genutzt.
Zu Beginn sieht man ein paar wirklich schöne Kameraeinstellungen und Kamerafahrten die stark an die italienischen Gialli der Frühühase (wie z.B. HATCHET FOR THE HONEYMOON oder 7 TOTE IN DEN AUGEN DER KATZE) erinnern.
Doch leider kann man diese an einer Hand abzählen und man entschied sich schon nach 5 Minuten Laufzeit für diesen nicht sehr förderlichen Stilbruch.

Mit David Carradine, den man ja durchaus als Genre-Ikone betiteln kann, hat man es geschafft einen großen Namen im Cast zu verewigen.
Carradine weiß auch sicherlich wie man einen Charakter überzeugend spielt, doch seine On-Screen Zeit ist hier sehr limitiert und von daher ist sein mitwirken hier eher unbedeutend.

 

Bei dem Rest des Cast kommen wir auch schon zum nächsten Manko, da dieser nicht wirklich überzeugen kann auch wenn ich schon wesentlich schlechteres Over-und Underacting gesehen habe.
Zwar kauft man z.B. Richard Davalos (u.a. JENSEITS VON EDEN mit James Dean) seine Darstellung als Johnny ab, fragt sich aber auch ob man es hier mit guter Darstellung zu tun hat oder ob man ihn für diese Rolle direkt aus der geschlossenen Abteilung gecastet hat.
Ein weiteres Problem ist auch die doch sehr leicht zu durchschauende und vorhersehbare Storyline und ich konnte mir schon nach ca. 25 Minuten des Films ausmalen wie dieser Film hier ausgehen wird.
Bis auf die Schlußpointe war dem auch vollkommen so und meine cineastische Spürnase hat mich nicht enttäuscht.

Die grade erwähnte Schlußpointe gibt dem Film dafür aber eine persönliche Note und man stellt fest das sich der Film nicht selbst so ernst nimmt wie es vorerst den Anschein macht.
Special FX sind hier eher rar gesät und bis auf die Ermordung des Sherrifs, den abgetrennten Kopf und ein wenig unmotivierten Bluteinsatz wird einem auch hinsichtlich dessen nicht viel geboten.
Der im Film verwendet Score ist ein für die Entstehungszeit typischer Gruselscore, der aber eher dezent im Hintergrund läuft und sich dadurch aber bestens in die dümpelnde Handlung integriert.

Im Film ist es auch nicht selten, das einige Themen nur angeschnitten werden dann aber ohne weitere und detailiertere Erkärungen mal einfach so im Raum stehen gelassen.
So erfährt man unter anderem nicht warum Igor auf Schmerzen abfährt oder was an der im Film thematisierten Inzucht nun dran ist.
Eventuell wollte man ja auch den Zuschauer hier ein wenig fördern und es ihm überlassen sich auf all das einen Reim zu machen?
Genug Zeit sich über all dies BEIM ansehen Gedanken zu machen hat man zweifelsohne!

Was macht den Film also sehenswert und nicht zu einem Totalausfall?
Eigentlich all das oben schon erwähnte, denn Trash & Drive-In Fans dürften hier trotz allen Mankos noch Spaß haben.
Denn grade all diese Schwächen machen den Film sympathisch und um Längen besser als der filmische Sondermüll der in der heutigen Zeit manchmal auf die Menscheit losgelassen wird (Filme wie z.B. DARKNESS RISES, THE GUARDIANS oder CHILDREN OF THE LIVING DEAD gehen da mit bestem Beispiel voran!).
Im Gegensatz zu den oben erwähnten neueren Produktion besitzt LEGACY OF BLOOD nämlich den Charme der Entstehungszeit, der in der heutigen Zeit bei Low Budget Produktionen wirklich selten zu finden ist.

Zweifelsohne hat man es hier zum großen Teil mit einem Film zu tun der voll von Klischees ist aber auf der anderen Seite nimmt er diese auch auf eine Gewisse Art und Weise auf die Schippe!
Die vorher schon erwähnte Schlußpointe zeigt bestens das man auch mal ein Auge zudrücken sollte und über jegliche Fehler hinwegsehen sollte um Spaß zu haben und unterhalten zu werden.
Und genau diese Pointe spielt auch bewusst auf die im Film vorhandenen Klischees an, die in Filmen dieser Art zuhauf auftretten und macht uns auf satirische Art und Weise dessen bewußt. 
Als Hinweis sie nur gesagt :"Der Butler ist immer der Mörder" , was jetzt aber nicht heißt das es auch bei LEGACY OF BLOOD der Fall ist!

Die in den USA erhältliche DVD ist aufjedenfall sehr goutierbar, da sie in der "Elvira's Movie Macabre" Reihe von niemand geringerem als Cassandra Peterson aka Elvira - The Mistress of Dark präsentiert wird.
Und dabei beschränkt sich Elvira nicht nur auf die Präsentation, hier wird von ihr auch während einigen Pausen im Film selbst auf sarkastisch-groteske Art das Geschehen kommentiert und so für allgemeine Erheiterung gesorgt.

Da ich mich an diesem Film bedingt erfreuen konnte und mit keinerlei Ermüdungserscheinungen zu kämpfen hatte gibt es von mir 


5,5 von 10 Nachttischlampen für diesen Retro Horror Spaß