Originaltitel: Long Weekend

Herstellungsland: Australien

Erscheinungsjahr: 1978

Regie: Colin Eggleston

 

Darsteller : John Hargreaves, Briony Behets, Mike McEwen u.a.


Laufzeit : 92:35 Minuten

FSK : 16

Story :

Peter und Marcia sind ein sich ständig streitendes Paar und ihre Ehe läuft schon lange nicht mehr so wie man es sich wünschen würde.
Um dies zu ändern beschliessen die beiden ein Wochenende an einem von der Außenwelt abgeschnittenem Strand Urlaub zu machen, mit der Hoffnung Altlasten los zu werden und sich wieder näher kommen zu können.
Marcia ist eigentlich nicht der Typ dem Camping wirklich liegt, aber sie willigt dennoch ein da auch sie weiß das sich an der Beziehung zwischen ihr und Peter schleunigst etwas ändern muss.
Doch schon der Weg in ihr Kurzferienparadies sthet unter keinem gutem Stern!
Nachdem sie nämlich an einem Truckstop noch einige kleinere Einkäufe getätigt haben konzentriert sich Peter bei der Weiterfahrt nicht weil ihm seine Zigarette wichtiger ist und tötet versehentlich ein Känguru.
Nicht wirklich beeindruckt von diesem Zwischenfall macht man sich auf den weiteren Weg um endlich am Ziel anzukommen.
Doch auch in ihrem wundervollem Feriendomizil am Strand benimmt man sich wie die Axt im Strandwald.
Peter zischt sein Bier und "recycelt" die leeren Dosen genau dort wo er sich grade aufhält ohne jegliche Rücksicht, selbst der Ozean ist für ihn nur eine große Mülldeponie.

Genauso unverantwortungsvoll wie seine Bierdosen behandelt er auch sein Gewehr das er mit zum Ausflug genommen hat ; wie ein Nachwuchs John Wayne schießt er wild in der Gegend herum ohne Rücksicht auf Verluste oder jegliches Schuldgefühl.
Und seine Frau Marcia ist auch keinen Deut besser; ihre Stimmungsschwankungen veranlassen sie dazu mal eben ein Ei mit dem ungeschlüpftem Nachwuchs eines Adlers an einem Baum zerschellen zu lassen.
Die beiden geben echt ein tolles Paar ab wenn man es mal auf ihr absolut umweltfeindliches Verhalten reduziert!
Als Peter beim späterem Surfen denkt eine Seekuh verfolgt ihn macht er natürlich Nägel mit Köpfen und erschießt die selbige.
Aber hier am Strand und in der Wildniss ist Mutter Natur der König und man erntet das was man gesät hat!
Langsam scheint es so als würde sich die ganze Flora und Fauna am Strand gegen das Pärchen auflehen und ihnen Einhalt gebieten in ihrem denken und handeln.

Und die zuvor erlegte Seekuh die nach ihrem dahinscheiden am Strand angespült wurde scheint dem Lagerplatz der Umweltsünder auch immer näher zu kommen.
Ist dies alles wahr oder spielt es sich nur in ihren von Schuld geplagten Köpfen ab das Mutter Natur entschieden hat das es nun genug sei?

Bewertung :

LONG WEEKEND ist ein wirklich toller Ozploitation Öko-Horror-Thriller denn man den Zuschauern die diese Art von Filmen mögen definitiv empfehlen kann.
"Die Natur wehrt sich" war in den 70gern ein sehr populäres Untergenre des Horrorfilms welchem es nicht an Filmen (wie z.b. FROGS oder DOOMWATCH) mangelte.
Mitunter kann man getrost einige der Tierhorror Filme in dieses Subgenre einordnen.
Genaugenommen sind die Filme die in den 70gern und 80gern gemacht wurden alles Sprößlinge von Alfred Hitchcock's DIE VÖGEL von 1963.
Gerade in den 70gern waren Exploitation Filmemacher sehr kreativ, das Genre boomte und man ließ allerhand gewöhnliche und auch ungewöhnliche Tierarten einen cineastischen Kreuzzug gegen die Menschheit starten um sich gegen die Verschmutzung und Ausbeutung des Planeten zu wehren.
LONG WEEKEND ist definitiv ein eigenwilliger aber sehr interessanter Beitrag des Genres.Aber im Gegensatz zu anderen Filmen ist es hier nicht nur eine Tierart die sich gegen die Eindringlinge wehrt, hier bekommen sie es direkt mit einem ganzem Ökosystem mit ihrer ganzen Vielfalt zu tun.
Der Plot ist eigentlich recht simpel gestrickt und nichts außergewöhnliches,hat aber trotzdem eine wirklich unheimliche Atmosphäre und weiß seine Botschaft zu vermitteln.

Von der Kamera wurden hier wundervolle Bilder von der Landschaft in Australien eingefangen welche aber den ganzen Film über einen die unheimliche Atmosphäre nicht verdrängen lässt.Die tollen Naturaufnahmen dienen eher dazu, dem Zuschauer zu zeigen welchen wundervollen Lebensraum die Protagonisten zerstören und das auch dieses friedlich anmutende und schöne Biotop über seine "Waffen" verfügt um zurück zu schlagen.
Der Soundtrack und die Geräuschkulissen die während des schauens aus den Lautsprechern kommen sorgen noch für zusätzlichen Schauer der einem den Rücken runterläuft; allem voran die Geräusche der gepeinigten Seekuh.
Das der Film ein geringes Budget hat ist augenscheinlich aber nichts was den Sehgenuss mindert.
Man darf hier sicherlich kein rapides,durch Action und Blut geschwängertes Tempo erwarten,trotzdem verfehlt LONG WEEKEND auch mit seiner kalkuliert langsam Narrativität seine Wirkung nicht.
Der Film ist keine Achterbahnfahrt die vor FX nur so sprüht und Fans des "Hirn aus-Film rein" Kinos sei hier eher abgeraten!
Man sollte schon aufmerksam den Film verfolgen da man ein wenig Symbolik und subtile Hinweise auf das Übernatürliche bekommt was wahrlich unter die Haut geht.

Man kann LONG WEEKEND schon zu einem gewissem Teil mit einem Kammerspiel vergleichen welches nie von den beiden Hauptdarstellern John Hargreaves und Briony Behets weg fokusiert.
Die darstellerischen Leistungen der beiden sind übrigens sehr toll und überzeugend;sie spielen ihre Rollen mit solch einer Präzision das es nicht schwer fällt sie sehr unsympathisch zu finden und sich selbst dabei erwischt Mutter Natur anzufeuern den beiden den Garaus zu machen.
Die erzählerische Struktur des Films ist sehr dicht gestrickt und immer wiederkehrende Klischees die man aus anderen Öko-und Tierhorrorfilmen kennt wurden hier geschickt vermieden.
Das dürfte aber nicht groß verwundern da mit Everett de Roche hier ein Veteran der australischen Drehbuchautoren am Werk war der schon die Scripts zu u.a. von PATRICKS HÖLLENTRIP,HARLEQUIN,RAZORBACK und ROADGAMES geschrieben hatte.
LONG WEEKEND ist ein toller Mix aus Öko-und Tierhorror mit einem kleinem Schuß Beziehungsdrama und Regisseur Colin Eggleston hat es geschafft einen tollen Film zu drehen der uns auf eine intelligente Weise die Beziehung zwischen der Achtlosigkeit der Menscheit und wie die Natur darunter leidet und letztendlich zurückschlägt zeigt.Und wenn man nur an die Naturkatastrophen der letzten Jahre zurück denkt ist dieses Thema ja wohl immer noch sehr aktuell und ein möglicher Zusammenhang nicht von der Hand zu weisen.
Und die im großem Umfang vorhandenen Naturaufnahmen zeigen uns zudem auch noch Impressionen und die Illustration eines Landes in dem die Gefahr des Outbacks nur einen Katzensprung entfernt sind und die zerbrechliche Natur selbst unter einer ständigen Bedrohung durch Katastrophen und der Menschheit steht.
Der Schluß des Films hält einen wahrlichen Schock bereit , selbst wenn man den ganzen Film über nicht mit unseren beiden Protagonisten sympathisiert hat.

Zu guter letzt muss ich aber auch noch kurz etwas anprangern, da Regisseur Eggleston versucht uns etwas für bare Münze zu verkaufen was nicht ganz der Wahrheit entspricht (was aber Nicht-Kennern des Landes nicht weiter auffallen dürfte) :
Im Film selbst sind einige Aufnahmen zu begutachten die einen Tasmanischen Teufel zeigen kurz nachdem das Paar an ihrem Lagerplatzt ankommt.
Fakt ist aber das der Tasmanische Teufel im gleichnamigem Tasmanien lebt und nicht in Bega beheimatet ist.Und von Bega nach Tasmanien ist es ein recht weiter Weg der zudem noch von einem langem Teil des Ozeans abgeschnitten wird.
Im Jahr 2008 hat man übrigens mit Jim Caviezel in der Hauptrolle ein Remake des Films gedreht, zudem ich aber meine Meinung nicht kundgeben kann da ich das Remake bisher noch nicht gesichtet habe.
Soviel ich aber hörte soll sich die Neuverfilmung sehr am Original orientieren und sogar dem Colin Eggleston wurde ein Denkmal gesetz indem man dem Hotel im Film seinem Nachnamen gab.

8 von 10 Seekühen