Originaltitel : Crawlspace

Herstellungsland : USA

Jahr : 1986

Regie : David Schmoeller

Darsteller : Klaus Kinski,Talia Balsam,Barbara Whinnery,Sally Brown,Carol Francis u.a.

Laufzeit : 77:11 Minuten

Freigabe : FSK Keine Jugendfreigabe/ab 18

Label : Ascot Elite

Medium : DVD/ Blu-ray

Story :

Karl Gunther ist der Hausmeister eines Mietshaus in New York und vermietet ausschließlich an junge, hübsche Frauen.
Keine der Mieterinnen hat auch nur den kleinsten Schimmer welches dunkle Geheimnis der leicht unheimliche, aber stets hilfsbereite und freundliche Hausverwalter vor ihnen verbirgt.
Gunther ist nämlich der Sohn eines KZ-Arztes, der im Dachgeschoss die unmenschlichen Experimente seines Vaters aus Ehrfurcht und Liebe zu ihm fortführt.
Durch ein schier endloses Lüftungsschacht-Labyrinth beobachtet Gunther die jungen Frauen bei ihrem täglichen Leben und einige der früheren Mieterinnen hat er schon erfolgreich nach dem Leben getrachtet.
Nach jedem Mord spielt Gunther russisches Roulette und wenn er erneut überlebt ist dies seine Bestättigung sein mörderisches Werk fortzuführen.
Als die Studentin Lori neu in das Haus einzieht ist sie zunächst erfreut eine große Wohnung in dieser niedrigen Preisklasse gefunden zu haben.

Doch schon bald hört sie seltsame Geräusche aus den Lüftungsschächten und füllt sich nicht mehr wirklich wohl oder sicher.
Schon kurze Zeit später steht ein Mann namens Josef Steiner vor ihrer Tür um Informationen über Karl Gunther von ihr zu erhalten.
Steiner ist sich sicher das Gunther vor Jahren für den Tod seines Bruders verantwortlich war, da er sich selbst als Todesengel sieht der unwillkürliche Euthanasie betreibt.
Karl Gunther scheint allen anderen aber immer einen Schritt voraus zu sein und neben John Steiner befindet sich nun auch Lori in tödlicher Gefahr.

Bewertung :

Regisseur David Schmoeller(TOURIST TRAP, PUPPETMASTER, NETHERWORLD) hat mit CRAWLSPACE einen recht gelungenen Horror-Thriller gedreht, der durch seine urban-klaustrophobische Atmosphäre zu überzeugen weiß.
Wenn man weiß das Charles Band hier - wie schon bei einigen anderen Filmen von Schmoeller - als Produzent tätig war, ist man teils sogar überrascht das kein hahnebüchener Trash-Unfug dabei rausgekommen ist.
Das es sich bei CRAWLSPACE um eine US-italienische Co-Produktion handelt schlägt sich sichtlich im Look des Films nieder, da er von der artifiziellen Ausleuchtung und den Farbenkompositionen sehr an die Spät-Gialli der End-80ger erinnert.
Dies wirkt sich durchaus positiv auf das Gesamtbild des Films aus und der Film gewinnt durch genau diesen Look an Eigenständigkeit.

Durch die langsamen, ausgedehnten Kameraahrten in CRAWLSPACE wird die Ästhetik der Gialli-Filme kinematographisch erneut aufgegriffen.
Dies verwundert wenig, denn hier war kein geringerer als Sergio Salvati am Werk, der vorallem durch seine Arbeiten als Kameramann bei ÜBER DEM JENSEITS, WOODOO - DIE SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, DAS SYNDIKAT DES GRAUENS, EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL, DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER oder THE RIFFS überzeugen konnte.

Um die italienische Crew zu komplettieren hat man sich für die musikalische Untermalung keinen geringeren als Pino Donaggio an Land gezogen, der dem Genre-Fan aufgrund seiner Scores zu WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN, DAS TIER, CARRIE, DRESSED TO KILL, TOURIST TRAP oder PIRANHA (1978) definitic bekannt sein wird!
Donnagio hat auch bei CRAWLSPACE wieder exzellente Arbeit geleistet und eine dichten, atmosphärischen Soundtrack beigesteuert, der die gegenwärtige Spannung nochmal unterstreicht und den Bildkompositionen schmeichelt.
Ein Stück der Filmmusik, das den Namen "Hebrew Lament" trägt und immer zum Einsatz kommt wenn Gunther in sein Tagebuch schreibt, wurde später sogar von der Post-Hardcore Band "Neurosis" gesampelt bzw. neuinterpretiert.

Sicherlich hat man in den 70ger und 80ger Jahren schon wesentlich härtere, blutigere Effekte als in CRAWLSPACE gesehen, doch die FX die zum Einsatz kommen sind alle grundsolide und realistisch inszeniert - die Konsistenz und intensive, rote Farbe des Blut kann überzeugen und erinnert auch wieder stark an die Gialli.
Die Spezialeffekte wurden hier nicht von einem Italienern umgesetzt, sonder von dem Amerikaner John Carl Buechler.
Buechler sollte den Horror-Fans ein Name sein, da er mit seinen Effektarbeiten schon Nominierungen und Preise für Filme wie FROM BEYOND, RE-ANIMATOR, HATCHET und auch die FX für Filme wie HARD ROCK ZOMBIES, TROLL, DOLLS, PRISON oder NIGHTMARE ON ELM STREET 4.
Als Regisseur war Buechler übrigens auch tätig und hat bei u.a TROLL, CELLAR DWELLER, GHOULIES 3 oder FREITAG DER 13. VII auf dem Stuhl platzt genommen.

Auch wenn der Zuschauer kurz vor dem Finale nochmal ins Boxhorn gejagt wird, sollte Von der Story nicht zuviel erwartet werden, da es hier keine unvorhergesehenen Twist oder große Überraschungen zu sehen gibt.
Fans von Thrillern mit Slasher-Versatzstücken kommen hier aber trotz einer recht dünne Story und einem gemächlichem Inszenierungstempo allemale auf ihre Kosten.
Die relativ kurze Laufzeit von 77 Minuten ist dem Film sehr dienlich, so das pauschal gesehen beim Zuschauer keine Langeweile aufkommt und der Spannungsbogen konstant bleibt.
Was sich auf den Filmgenuss positiv auswirkt ist die klaustophobisch-unterkühlte Grundstimmung die durch die engen Lüftungsschächte perfekt verstärkt wird.

Wenn bei CRAWLSPACE ein Blick in die Liste der Aktuere geworfen wird, fällt natürlich als erstes auf das die Hauptrolle von Klaus Kinski,dem Enfant terrible unter den deutschen Schauspielern bekleidet wird.
Auch wenn Schmoeller einige erhebliche Probleme mit Kinski beim Dreh hatte und unser Klaus hier nicht in gewohnter Höchstform ist, wird CRAWLSPACE als Gesamtprodukt zweifelsohne von seinem Schauspiel getragen.
Durch seine exzentrisch-verrückte Art mit seinem leicht wirren Haar bringt Kinski in CRAWLSPACE die intensivste Präsenz auf den Bildschirm!

Der weibliche Gegenpart zu Kinski wird souverän von Talia Balsa verkörpert, welche vorwiegend in TV Filmen und Serien mitspielte.
Die anderen Darsteller im Film - die vorwiegend weiblich sind - können mit ihren Schauspielkünsten zwar keinen vom Hocker hauen, aber für einen Horror-Thriller der in der B-Liga spielt sind ihre Leistungen befriedigend bis ausreichend.
David Schmoeller hat es sich nicht nehmen lassen als abgewiesener Mietinteressent selbst vor die Kamera zu tretten - ich selbst vermute er tat dies nur weil er so Kinski als Arschloch titulieren konnte ohne das es weiteren Ärger nach sich zog.

Auch wenn die Charakterzeichnung leicht stereotypisch daherkommt stellt dies kein zu großes Manko dar das den Filmgenuss beeinträchtigt oder gar in die Ungenießbarkeit abdriften lässt.
Da der Film aus dem Jahr 1986 stammt sollte man sich bei den Frisuren und der Mode auf einige Fauxpas einstellen, die aber die Retro-Fans wiederum voll begeistern dürften.

Unterm Strich bleibt ein Horror-Thriller der zu unterhalten weiß und den man sich ruhigen Gewissens ansehen kann !

6,5 von 10 Lüftungsschächten

Zur DVD :

Ascot Elite hat CRAWLSPACE endlich als offizielle DVD in Deutschland in seiner unzensierten Fassung veröffentlicht.
Die Qualität der DVD läßt absolut keine Wünsche offen und kann mit einem klaren und kontrastreichen Bild punkten!
Dem steht auch die Tonqualität in nichts nach, wobei man sagen muss das der deutsche Ton dem englischen O-Ton gegenüber in Dynamik klar die Nase vorn hat.
Sehr interessant dürfte für Klaus Kinski Fans das hier vorliegende Bonusmaterial sein!
Auf der DVD befindet sich nämlich der von Regisseur Schmoeller gedrehte Kurzfilm PLEASE KILL MR. KINSKI (9:05 Minuten), der in englischem O-TOn mit optionalen deutschen Untertiteln ausgestattet ist.
In diesem Kurzfilm rechnet der Regisseur mit Kinski ab und gibt einen Einblick mit welchen Problemen er während des Drehs konfrontiert wurde.
Zusätzlich befindet sich noch ein Making-Of (45:14 Minuten) auf der DVD welches auch im englischen O-Ton mit optionalen deutschen Untertiteln ist.
Dieses sogenannte "Making-Of" ist aber in Wahrheit in amüsantes und informatives Interview mit Kinski in dem er mit allen möglichen Schauspielern und Regisseuren allgemein abrechnet.
Auch auf der DVD befindet sich eine "Making-Of Featurette" (3:45 Minuten) in der es einen interessanten Einblick in die Entstehung des Films gibt.
Kompletiert wird das ganze von 2 TV-Spots von jeweils knapp 30 Sekunden Laufzeit und dem Originaltrailer (1:17 Minuten).
Trailer zu weiteren Titeln aus dem Hause Ascot Elite sind zusätzlich noch auf der DVD enthalten.
Da die FSK Logos auf den Covern nicht wirklich schön aussehen, gibt es hier ein Wendecover mit alternativem Motiv.
Dieses Motiv dürfte für Fans des Old School Looks interessant sein und wurde vom englischen VHS - welches damals von Vestron erschienen ist - übernommen.

TV-Norm : PAL
Verpackung : Keep Case (Amaray)
Bildformat : 1,85:1 (anamorph / 16:9)
Tonformat : Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Deutsch (DTS 2.0)
Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Ein fertiges Muster des Herstellers lag zu Rezensionszwecken vor.
Vielen Dank an Ascot Elite für das zur Verfügung stellen!