Originaltitel : BAD KARMA 

Land : UK 

Jahr : 1991 

Laufzeit : 37 Minuten

Regie : Alex Chandon

Freigabe : ungeprüft



Originaltitel : DRILLBIT (SHOWREEL) 

Land : UK 

Jahr : 1992

Laufzeit : 32 Minuten

Regie : Alex Chandon

Freigabe : ungeprüft

Story :

Dave, ein junger Mann, feiert im Haus seiner Eltern eine Gartenparty mit seinen Freunden.
Die Stimmung wird jäh gestört, als es plötzlich an der Tür klingelt und ein paar Hare-Krishna-Typen nach einer Spende fragen. Dave´s Mutter bemerkt schon bald recht drastisch, das es bei dieser Spende nicht um Geld geht, sondern um Blut! Nächstes Opfer wird Daves Vater (ein Jugendlicher mit einer unglaublichen Perücke!). Schon bald sind die Partygäste auch dran und nur Dave und seine Freundin Hanna (die sich heftig gegen einen der verrückten Krishnas wehren musste) bleiben übrig. Gemeinsam überlegt man nun, was man tun kann. Polizei anrufen? Geht nicht, da Telefon abgeschlossen. Man beschließt Daves Freund Anthony aufzusuchen, allerdings hat der einen S/M-Club für reiche Säcke in seiner Wohnung eröffnet (das ist übrigens wörtlich zu nehmen, dieser Sexclub ist wirklich in einer ganz normalen Wohnung untergebracht, selbst im Wandschrank wird gefoltert und gefistet!). Dort angekommen erzählt man die Geschichte von den mörderischen Krishnas. Diese sind übrigens in Wirklichkeit außerirdische Shape-Shifters und brauchen nur noch 10 Seelen um ihre Gottheit Kalimar auferstehen zu lassen. 

Da diese Glatzköpfe Alex gefolgt sind, bricht auch schon bald eine blutige Schlacht im S/M-Club aus, der mit Kettensägen, Ventilatoren, Lederpeitschen, Säbeln und sonstigen Waffen ausgefochten wird. Einer der SM-Fritzen verwandelt sich sogar in den Superhelden "Mr. Whippy", komplett mit Ledermaske, Leder-BH und Lederpeitsche. Doch die Shape-Shifter sind in der Überzahl und schon bald ist Dave wieder "the last man standing". In dem Moment in dem Dave von seinem Leben Abschied nimmt, tauchen plötzlich die alten Feinde der Shap-Shifters auf, die Rednecks! Komplett mit Flinten und Pistolen, Hillibilly-Musik und allgemein assosialem Verhalten treten diese nun ein letztes Mal in die finale Schlacht gegen die Shape-Shifter an. Und das Massaker geht weiter....

Bewertung :

Es war im Jahre 1993, ich war 18 und ich erinnere mich noch genau wie ich diese Paket öffnete, das mir der Postbote brachte. Diese völlig schrille Verpackung der VHS - Cassette faszinierte mich sehr und ich werde nie diesen vergessen, wie sahnig der Film war, der in dieser Hülle steckte.
Heute bin ich der "Großvater" und ich berichte endlich mal von diesem Film auf das er weitere Menschen so beglücken wird, wie mich damals.....
Zuerst mal folgendes: Ich bin bedingt ein Fan von Home-Made-Splatter. Ich habe im Laufe der Jahre vieles gesehen und das allermeiste war einfach schrecklich. Viel zu viele Leute packen sich eine Videocamera und drehen einfach drauf los was die Akkus hergeben. Meist ohne Konzept, geschweige denn Drehbuch, mit mangelnden technischen Fähigkeiten, schlechten Spezialeffekten und zumeist noch schlechteren Darstellern macht das ganze vielleicht gerade noch den an der Produktion beteiligten Personen im Nachinein Spaß, den sonstigen Zuschauern aber blieb am Ende nur die Erkenntnis, das der Abrieb der Magnetköpfe des eigenen Videorecorders schon ein viel zu hoher Preis für diese Zeitverschwendung waren.
Ein paar Ausnahmen blieben, aber diese bestätigten tatsächlich nur die Regel....
Okay, okay, hier also einer dieser Ausnahmen und was für eine!
Im Jahre 1991 veranstaltete das UK-Horror-Magazin DARKSIDE einen Wettbewerb namens "Opportunity Shocks". Junge Talente sollten ihren Home-Made-Streifen einsenden und von einer Jury wurde der Beste dann ausgezeichnet.
Der junge Student Alex Chandon packte seinen besten Freund Duncan Jarman sowie seine gesamte Clique und scheuchte sie in ein Filmprojekt, das einem nur Einfallen kann, wenn man ganz tief im Konsum von Horrorfilmen steckengeblieben ist: BAD KARMA war geboren!
Junge, junge, WAS FÜR EIN FILM! Was sich in der Zusammenfassung schon total abgefahren anhört, ist in Wirklichkeit noch viel wilder, lustiger und genialer!

Was Chadon und seine Freunde mit viel Spaß und Liebe am Genre gebastelt haben, ist die wohl verrückteste Fun-Splatter-Attacke die jemals mit einer VHS-Kamera gedreht wurde.
Die Effekte sind zwar billig, die Settings sind natürlich der eigene private Wohnraum und bis auf einen Darsteller sind alle Akteure unter 30 Jahren alt, aber hier stimmt trotzdem alles.
Eine ultrawitzige Handlung mit vielen In-Jokes, Spitzendialoge (wirklich wahr!) und mit Chandon ein unglaubliches Talent in Sachen Kameraführung, Timing und Schnitt lassen jegliche Unzulänglichkeiten eines Home-Made-Filmes völlig in Vergessenheit geraten.
Der Spaß den die Darsteller bei den Dreharbeiten hatten, überträgt sich eins zu eins auf den Zuschauer und der schwarze Humor den sich Chandon ausgedacht hatte, kommt ebenfalls ungetrübt an.
Da ist zum Beispiel die Szene, in der Dave´s Freundin nach dem man sich gerade erst bei Anthony in Sicherheit gebracht hat, einfällt, das sie sich ja noch dringend beim Sozialamt melden muß und direkt in den Tod rennt.
Oder die Shape-Shifter, die fortwährend ihrer Gottheit mir „Hail Kalimar“ – Rufen huldigen.
Oder die Rednecks, die zwar alle miteinander verwandt sind, aber die Konstellationen dieser Familie sich trotzdem nicht gerade als „normal“ bezeichnen lassen. 
Pimmel werden abgeschnitten (zur Musik von EMMANUELLE AND THE LAST CANNIBALS), Schädel gespalten, dann wird noch fröhlich mutiert und zudem ein knackiger One-Liner nach dem anderen geschmettert.
Was Alex Chandon hier mit einfachsten Mitteln und viel Talent hingelegt hat, lässt einen nur den Kopf darüber schütteln , warum man dem jungen Engländern noch kein entsprechendes Budget spendiert hat.
Selbst wenn man sonst keine Home-Made-Filme mag, sollte man einen Blick riskieren. BAD KARMA ist der ideale Partyfilm und dürfte sämtliche Vorurteile, die man sonst zu dieser Art Film hat, locker über Board schmeissen.
Ich brauche doch nicht zu erwähnen wer den DARKSIDE-Award eingeheimst hat, oder? 

Story :

Zu diversen, aus Mondos geklauten, Riot-Szenen erfährt der Zuschauer mittels Rolltext das in naher Zukunft Aids zur Volkskrankheit Nummer Eins geworden ist. 3 von 4 Anglo-Amerikanern sind infiziert und die Regierung beginnt schon bald damit, die Erkrankten in Konzentrationslager zu sperren. 
Den Weg aus der Krise kündigt der Pharmakonzern HEX mit seinen neuen Aids-Heilmittel SEROCAINE an.
Das Mittel wirkt und die Welt scheint wieder in Ordnung zu sein. Der Serocaine-Entwickler Dr. Bosch findet aber bei Versuchen raus, das der Schein nur trügt: Nach 365 Tagen bekämft der Serocain-Wirkstoff nicht nur die Aids-Infizierten Zellen sondern auch die gesunden und lässt sie mutieren.
Dr. Hex, Chef des HEX –Imperiums findet dies aber gar nicht so schlimm, er sieht in einer weltweiten Katastrophe nämlich die Möglichkeit zur Weltherrschaft zu kommen. Er setzt daher zwei Killer auf Dr. Bosch an, die ihn und seine Familie auslöschen sollen. Nachdem der Doktor und seine Frau schon brutal erschlagen wurden, machen sich die Killer über deren Sohn Brian her . Eine Schlagbohrmaschine, sauber in den Kopf gebohrt, soll auch sein Leben auslöschen. Aber Brian überlebt schwerverletzt. Ein Stück des Bohrers blieb in seinen Gehirn stecken und nimmt ihm dadurch für den Rest seines Lebens jegliche Art Form von Gefühl. Schmerzen, Liebe und Mitleid kennt Brian nicht mehr, das einzigste was von seiner Gefühlswelt übrig blieb, ist ein tief verankertes Rachegelüst gegen Dr. Hex und seine Schergen.

Die Serocaine-Katastrophe ist eingetroffen. Große Teile der Weltbevölkerung wandeln als zombieartige Mutanten durch das Land und jegliche Form der Zivilisation wurde ausgelöscht. Die Überlebenden des Infernos teilen sich in zwei Gruppen auf: auf der einen Seite die Menschen, die nicht zum Kampf geboren wurden und sich verstecken müssen, auf der anderen Seite marodierende Gangs die sich durch bloße Gewaltausübung das Leben retten wollen.
Auch Brian, der sich nun selber Drillbit nennt, hat überlebt und kämpft mit äußerster Brutalität gegen Mutanten, Gangs und vor allem Dr. Hex....

Bewertung :

DRILLBIT kommt normalerweise immer im Doppelpack mit BAD KARMA daher.
Es handelt sich dabei nicht um einen echten, fertigen Film (auch wenn das ein Reviewer bei OFDB scheinbar nicht erkannt hat), sondern um eine Art Demonstrations- bzw. Werberolle um potentielle Produzenten zum Geldgeben zu bewegen.
Zu diesem Zweck drehte Chandon etwas aufwendiger als bei BAD KARMA ein paar Schlüsselszenen seines DRILLBIT-Threatments.
Die angedachte Story bedient sich zwar diversen Klischees des Endzeitkinos, hätte aber mit dem richtigen Budget als abendfüllender Spielfilm gewiss die meisten Genre-Fans begeistern können.
Diese Demo-Fassung hat natürlich verständlicherweise nur beschränkte narrative Elemente und wie das ganze denn dann am Ende ausgehen mag, blieb auch im Verborgenen. Aber was blieb kann sich sehen lassen.
Rund 32 min gibt es ein effektvolles Fragment zu bestaunen, das trotz des geringen Budgets und der unfertigen Story den Zuschauer in seinen Bann schlägt und sich zudem auch auf einen inhaltlich viel ernsteren Level als BAD KARMA bewegt. Auch wenn natürlich in vielen Stellen der Humor von Chandon aufblitzt, bleiben viele teilweise wirklich harte und gorige Bilder bestehen, die schon fast an die Werke Jim van Bebbers (DEADBEAT AT DAWN) errinnern. Eben jener spricht übrigens den Off-Text...
Die Effekte sind zum Teil sehr ordentlich, manchmal aber auch recht billig umgesetzt worden.
Dafür stimmen die Darsteller und die Settings und bedenkt man, das es sich nur um eine Präsentationsrolle handelt und schon mehr Handlung vorzufinden ist, als in den meisten Home-Made – Filmen, sollten man auch hier das eine oder andere an Unzulänglichkeiten übersehen.

Leider fand der Film bis heute keinen Produzenten. TROMA zeigte zwar mal Interesse, aber das war es auch schon.
Sehr schade, DRILLBIT hätte mit ein bisschen Geld ein wirklich genialer Film werden können.
Zurück bleibt ein Fragment, das aber erneut Alex Chandons Talent beweißt.
Alex Chandon konnte mit seinen ersten Kurzfilmen dann letztendlich auch im Indie Horror Film FUß fassen und mit Filmen wie Pervirella,Cradle of Fear und Inbred beweisen das noch einiges an unausgeschöpftem Potenzial in ihm steckt.

 

7 von 10 Shapeshiftern bzw. Bohrern im Kopf