Originaltitle : Dog Soldiers

 
Erscheinungsjahr : 2002 

 
Land : Großbritannienn,Luxemburg,USA

 

Regie : Neil Marshall 

 

Darsteller : Sean Pertwee, Kevin McKidd, Liam Cunningham u.a.

 
Laufzeit : 100:47 Minuten 

 

Freigabe : FSK 16

Story :

Stellt Euch folgendes Szenario vor:

Wir nehmen das Haus aus Night of the living Dead und stellen dies in einen finsteren schottischen Wald.
Statt Zombies nehmen wir dann eine Horde blutrünstiger Werwölfe drumherum.
In das Haus packen wir dann keine harmlosen Zivilisten, sondern eine kleine Einheit englischer Soldaten, bewaffnet bis an die Zähne.
Dann noch eine kräftige Prise Gore, viel Spannung und Action sowie tiefschwarzen britischen Dialoghumor, mixen das ganze schön zusammen und fertig ist der Genre-Kult-Knaller!

Aber immer der Reihe nach...
Da ist also eine kleine Einheit britischer Soldaten zwecks Übungsmanövers in einem schottischen Wald abgeworfen worden. Die Jungs empfinden diese Situation gar nicht so spannend, denn schließlich sind Manöver eh für den Arsch und zudem spielt auch noch England gegen Deutschland.
Man versucht das Beste aus der Situation zu machen und erzählt sich am Lagerfeuer ein paar Geschichten.
Das plötzlich ein grausam zugerichteter Kuhkadaver vor ihren Füßen landet, beunruhigt dann plötzlich schon ein wenig. Spätestens als man am nächsten Tag aber auf die Überreste einer Special-Ops – Einheit trifft und der einzige Überlebende des Massakers verstört von furchtbaren Bestien berichtet, merken die Kerls, das diese Wehrübung blutiger Ernst geworden ist. Und ehe man sich versieht bricht die Hölle los!
Es kommt urplötzlich zu ersten Gefechten mit dem Feind, der sich leicht als Werwolf-Horde identifizieren lässt (zumindest vom Zuschauer ;-) ).
Noch bevor es die Bestien schaffen die Einheit völlig aufzureiben, erscheint plötzlich der Wagen der jungen Zoologin Megan. Gemeinsam entkommt man dieser ersten Gefahr.

Der nächste Haltepunkt um die Verletzten zu versorgen (dem kommandierendem Sergeant hat ein kleiner Tazten-Hieb die Eingeweide etwas freigelegt) ist die Waldhütte der jungen Frau.
Dort angekommen müssen die Helden leider realisieren, das sie in der Falle sitzen: kein Telefon, Funk ebenfalls nicht zu gebrauchen, keine Ortschaft im Spucknähe und......den Wagen draußen haben schon die Werwölfe außer Gefecht gesetzt. Nun heißt es: Überleben. Da die Pelzviecher sich von Bleikugeln nur wenig beeindruckt fühlen und Gewehrfeuer höchsten zum in Schacht halten taugen, stehen die Chancen zum diesem Überleben aber eher schlecht. 
Wie so oft bestätigt auch hier die Ausnahme die Regel: die Wunden der Verletzten heilen nämlich erstaunlich schnell und der Werwolf-Film-Fan weiß ja, das dies kein gutes Zeichen ist......

Bewertung :

Wow! Was Neil Marshall (THE DESCENT,DOOMSDAY) hier mit geringem Budget als sein Regiedebüt gezaubert hat, ist zweifelsohne einer der kultigsten, witzigsten und mitunter auch blutigsten Filme der letzten Zeit.
Sehr gute Darsteller, einige nette Plot-Twists sowie viele geschickt eingefügte Klassiker-Zitate lassen das Herz eines jeden Genre-Freunds in die Höhe schnellen. Vergleiche mit der Einschlagskraft eines FROM DUSK TILL DAWN werden nicht ausbleiben und nach diversen erfolgreichen Festivaleinsätzen weltweit werden die MOST-WANTED – Listen der Filmsammler gewiß einen ganz oben angesiedelten Neueinstieg vermelden.
Die obige Inhaltsangabe gibt im übrigen nur die erste halbe Stunde wieder, der Rest wird mit Action, schmissigen Sprüchen, Spannung und comichaften Humor aufgefüllt und schildert praktisch nur noch den Kampf der Soldaten mit den Werwölfen. Und dies funktioniert hervorragend.
Fiebrige Steady-Cam-Aufnahmen halten den Zuschauer immer nah am Geschehen. Obwohl teilweise ein enormes Tempo an den Tag gelegt wird, sorgt die ständig existente Bedrohung von Außen auch in den ruhigeren Passagen dafür, dass der Zuschauer kaum zum Luftholen kommt.
Wie schon erwähnt sind die Darsteller sehr überzeugend und schaffen es, ihren Charakteren trotz beabsichtigten ironische-überzeichneten Zügen, eine gewisse Tiefe zu verleihen.

Das Design der Werwolf-Kostüme ist großartig und auch auf der Blood `n` Guts-Seite sind die Effekte auf höchsten Niveau angesiedelt. Vor allem freut die Tatsache das endlich mal keine CGI-FX aus dem Computer zum Einsatz kommen, die gute alte Handarbeit ist immer noch am überzeugendsten.
In Sachen grafischer Gewalt lässt sich zweifelsohne bescheinigen, das hier nicht gekleckert sondern geklotzt wurde. Eingeweide, rumfliegende Körperteile und Blut,Blut,Blut gibt es zur genüge, allerdings wirken diese Szenen niemals selbstzweckhaft sondern immer mit einem Augenzwinkern inszeniert. Teilweise werden hier Erinnerungen an den „alten“ Peter Jackson wach, auch wenn der Film natürlich kein neuer BRAINDEAD in Sachen Gore geworden ist (dies sah auch die englische Freigabebehörde BBFC ähnlich und verpasste dem Film in seiner ungekürzten Form ein „ab 15“ und auch die FSK war wahrscheinlich zum Zeitpunkt der Prüfung "amused" so das Dog Soldiers ungeschnitten mit einer 16er Freigabe durchkam).
Aber ähnlich wie eben BAD TASTE und BRAINDEAD wirkt der Film auf seiner humorvollen Ebene und kitzelt nach einer langen, langen Zeit endlich wieder den Gaumen des Genre-Fans.

DOG SOLDIERS ist der allerbeste Beweis dafür, das Hollywood das produzieren von Horror-Sequels, -Rip ofs und -Remakes endgültig einstellen sollte und Regiedebütanten weil Marshall es zum Zeitpunkt der Produktion war mehr Chancen einräumen sollte!

9 von 10 Teekesseln