Originaltitel : Evil Dead

Herstellungsland : USA

Erscheinungsjahr : 2013

Regie : Fede Alvarez

Darsteller : Jane Levy,Shiloh Fernandez,Lou Taylor Pucci,Jessica Lucas,Elizabeth Blackmore,Phoenix Connolly,Jim McLarty u.a.

Laufzeit : ca. 91 Minuten

Story :

In einem abgelegenem Waldstück mit verlassener Hütte treffen sich David und Eric, die in Begleitung ihrer Freundinnen Olivia und Natalie sind, mit Davids Schwester Mia.
Wie ein Fluch scheint psychische Labilität auf der Familie zu liegen und seitdem ihre Mutter in einer Nervenheilanstallt ums Leben kam hat auch Mia mit dieser Labilität und zusätzlich auch mit Drogenabhängigkeit zu kämpfen.
Ziel ihres Bruders und der Freunde ist es Mia in der verlassenen Waldhütte fernab jeglicher Zivilisation bei ihrem kalten Drogenentzug zu ünterstützen, da sie vor kurzer Zeit erst eine Überdosis gespritzt hatte und dem Tod so grade noch von der Schippe springen konnte.
Während man versucht die heruntergekommen Hütte etwas auf Vordermann zu bringen und wenigstens Ansatzweise wohnlich zu entdecken David und Eric ein Kellerverlies.
Dort scheinen satanische Hexenrituale stattgefunden zu haben und verweste Tierkadaver baumeln von der Decke.

In diesem Keller findet Eric ein Buch mit einem Lederumschlag, welches als Necronomicon - das Buch des Todes - bekannt ist.
Das Buch ist voll von blasphemischen und makaberen Zeichnung, Notizen die mit Blut geschrieben wurden und Beschwörungsformeln.
Aus Neugier heraus und zum trotz der in Blut geschriebenen Warnungen liest er eine der Beschwörungen aus dem Necronomicon laut vor sich hin - nichtahnend welche unheimlichen Kräfte er damit entfesselt.

Mia ist die erste die die Anwesenheit der unerklärlichen, dunklen Macht spürt und als sie den anderen davon erzählt tun sie dies als Entzugserscheinungen ab.
Sie versucht dem Wald zu entfliehen hat aber dabei einen Autounfall der sie einen Abhang runterpreschen lässt.
Sie muss sich durch ein Sumpfgebiet kämpfem um wieder zur Hütte zurück zu gelangen und in diesem Sumpf macht sie unangenehme Bekanntschaft mit örtlichen Flora und unheimlichen Wesen.
Unheimliche Ereignisse häufen sich und Mia scheint sich von Minute zu Minute - nicht nur Mental - zu verändern.
Doch bevor die Freunde realisieren womit sie es zu tun haben könnte es eventuell schopn zu Spät für sie sein......

Bewertung :

In der letzten Dekade sind Remakes zu Horrorfilmen, die bei den Fans Kult-und Klassikerstatus geniessen ja ein reglerechter Wahn geworden - nicht immer zur Freude des Zuschauers.
Somit verwundert es nicht das Fans weltweit von Empörung, Zweifel und Pessimismus heimgesucht wurden als bekannt wurde das es ein Remake zu TANZ DER TEUFEL geben wird bei dem nicht Sam Raimi auf dem Regiestuhl platzt nehmen wird, auch wenn Raimi den Ball für das Remake ins Rollen brachte.
In Fankreisen gibt es ja Filme die wie ein heiliges Relikt behandelt werden, als unantastbar gelten und dazu gehörte wohl auch EVIL DEAD.

Warum genau Sam Raimi bei dem Remake seines weltweit erfolgreichen Klassikers nicht Regie führen wollte entzieht sich meines Wissens, aber es ist auch ein wenig nachvollziehbar das er es vorzieht einem jüngerem Regisseur das Ruder zu überlassen.
Genau diese Entscheidung entpuppt sich als logisch nachvollziehbar und mit Fede Alvarez hat einen Regisseur gefunden der dieses Unterfangen mehr als überzeugend bewerstelligen konnte.
Auch ich zähle zu den Fans des Originals und war zu Anfang sehr skeptisch über einen Reboot des Franchise und hatte schon die schlimmsten Befürchtungen die hysterisch kreischende Teenager und infantil-aufgesetzten Humor beinhalteten.
Doch - wie ja eigentlich der erste Trailer im Netz schon erahnen ließ - kann ich hier versichern und bestättigen das man diese Skepsis vollkommen unberechtigt ist.
Hier handelt es sich zweifelsohne um eine "Win/Win" Situation, denn Alvarez hat hier Remake gedreht welches die Fans des Originals befriedigen dürfte und zugleich auch die jüngere Generation nicht enttäuschen wird.
Ich bin mir sicher das durch den Reboot auch einige jüngere Genre-Fans die das Original nicht kennen nun an diesem interessiert sein werden.

Das man mit einer 1:1 Kopie des Original keinen hintern Ofen hervorlocken kann düfte hier auf der Hand liegen und Alvarez ist es mehr als gelungen dem Film ein neues, zeitgemäßes Gewand auf den Leib zu schneidern.
Es galt hier aber auch einen bestimmte Erwartunghaltung des Publikums bezüglich des Originals zu befriedigen und eine logische Schlußfolgerung ist das einige Elemente der Vorlage auch hier nicht fehlen dürfen.
So gibt es unter anderem auch beim Remake die berühmt-berüchtigte "Tree Rape" Szene zu sehen die den heutigen Sehgewohnheiten angepasst wurde und auch etwas härter und grafischer ausgefallen ist als sie es noch im Jahr 1981 war.

Allgemein ist die Neuauflage um einiges Härter ausgefallen als das Original und die FX, die fast alle gute,alte handarbeit sind, wirken sehr realistisch - hier werden keine Gefangenen gemacht und das Gore-O-Meter deftig nach oben getrieben.
Es ist ja bekannt das die Kinofassung für ein R Rating eine Federn lassen mußte und hier kann man echt gespannt sein wie was die spätere Unrated Fassung mehr zu bieten hatte - wenn es sich dabei aber ausschließlich um grafische Gewalt handeln dürfte wird die FSK beim Anschauen ihren "Spaß" haben.
Aber allein schon bei der Sichtung der R-Rated Fassung von EVIL DEAD macht sich wieder unverständniss breit und man fragt sich wirklich was die hiesigen Zensurbhörden geritten hat den Film in dieser Version ab 18 freizugeben - den Gorehound wird es auf jedenfall Freude bereiten, das steht fest!

Die Fans des Originals müssen hier aber auch einige Entbehrungen machen, bekommen aber dafür auch stellenweise etwas neues geboten was man sich für die Vorlage wohl oft erwünscht hätte.
Der erste signifikante Unterschied ist das - auch wenn der Charakter des David wohl ein wenig in die Richtung geht - man auf "Ash" verzichten muß und man somit auch die geniale "Campbell'sche Gesichtskirmes" ein wenig missen wird.
Auch hat man hier auf die dichten Nebelschwaden, die ins Raimis Film noch einen Großteil der Atmosphäre ausmachten, verzichtet - dies schadet der Neuauflage aber nur gering, auch wenn sich der betagte Fan ab und an nach diesen ein wenig sehnt.
Was auch auffällt ist, das der überzogenen und groteske Humor hier gänzlich auf der Strecke blieb - der Fan sieht sich mit einem ernsten Film konfrontiert, auch wenn einige Szenen zum Schluß hin zeigen das Alvarez seinen Film auch nicht komplett ernst nimmt.
Begeistern dürfte hier die Änderung die sich direkt schon zu Beginn des Films bemerkbar macht - im Original wurde das Tonbandgerät zum tragenden Relikt um die Hintergrundgeschichte des Necronomicons etwas näher zu beleuchten während man dies in der Neuauflage nun in visuell-brutaler Form präsentiert bekommt.
Einen weiteren wesentlichen Unterschied, der eventuell Kritik nach sich zieht ist das dass "Böse" im Film, welches im Original nicht greifbar war und man so auch das Gefühl hatte die Wälder generell sind das "Böse", einen Körper bekommen hat.
Hier wird es manifestiert und bekommt eine physische Präsenz verliehen und dadurch büßt der Film doch etwas von seiner unheimlichen Atmosphäre ein - zumal der Dämon einen auch zwangsläufig an THE RING oder THE GRUDGE denken lässt.
EVIL DEAD wurde somit der unsichtbaren Bedrohung beraubt was auf den ersten Blick ein großes Manko darstellt - für das Finale ist es aber förderlich, da man so doch mit einigen Überraschungen konfrontiert wird.
Hier fehlt es leider aber etwas an Horror jenseits der grafischen Gewalt und mit viel Grusel kann das Remake nicht aufwaten.
Die Isolation und die Verzweiflung des an den Rande des Wahnsinns getriebene den Ash die sich auch auf den Zuschauer überträgt wurde hier vollkommen ausser Acht gelassen und durch schockierende und teils ekelhafte Brutalitäten ausgetauscht.

Kameratechnisch ist man hier auch nah am Original und die legendären wilden Fahrten in der Ich-Persketive durch den wald dürfen natürlich nicht fehlen - hätte man auf dieses Stilelement verzichtet, bin ich mir sicher das man die Fans bitter enttäuscht hätte.
Auch wenn es hier die gewohnt düsteren Passagen gibt, spielt sich bei dem Remake doch wesentlich mehr im hellen ab - ob der Film dadurch an Atmosphäre oder Charakter verliert ist schwer zu sagen, da sich die Sehgewohnheiten im Laufe der Jahre doch stark verändert haben.
Militante Verfechter des 80ger Retro Look könnten in Anbetracht des visuellen Stils eventuell ihren Unmut laut Kund tun, da man es hier mit einem doch eher hektischen Schnittstil zu tun hat und der Charme und Look des Originals auf der Strecke bleibt - aber wenn man ehrlich ist muss man eingestehen das man im Jahr 2013 mit dem 80ger Look anstatt der gewünschten Loorbeeren wohl eher die gefürchtete goldene Himbeere einheimsen würde.

Ein kleines Manko dürfte hier die Charakterzeichnung sein, die keine wirkliche Identifikation mit einem Charakter zulässt und die Protagonisten sind auch nur bedingt sympatisch.
Die Figuren sind einfach zu eindimensional und austauschbar als das man mit ihnen mitfühlt oder sogar leidet - hier lässt sich also durchaus Verbesserungspotenzial erkennen.
Dafür ist beim Neuaufguss des Klassikers aber zu verzeichen das der Film eine bessere Dynamik innehat und schneller zur Sache kommt - diese Dynamik wird auch den ganzen Film über beibehalten und läßt dem Zuschauer kaum Zeit zum durchatmen.
Auch die Masken der Dämonen sind auch mehr als gut gemacht und können vollends überzeugen, auch wenn der Dämon in der Kellerluke ein wenig an "Regan" aus DER EXORZIST erinnern mag.

Von EVIL DEAD kann man durchaus sagen das er bis ins letzte Detail perfekt inszeniert, geschnitten und ausgeleuchtet ist und schon am der Tür zur Mainstreamtauglichkeit klopft.
Im allgegenwärtigem Remake-Rausch, welches uns Genre-Beiträge von sehr gelungen (ROB ZOMBIES HALLOWEEN, HILLS HAVE EYES, DAWN OF THE DEAD, I SPIT ON YOUR GRAVE), über goutierbar (BLACK SUNDAY, MY BLOODY VALENTINE, NIGHT OF THE DEMONS, THE CRAZIES, FRIDAY THE 13TH) bis hin zu vollkommen überflüssig (THE WICKER MAN, NIGHTMARE ON ELM STREET, THE FOG) bescherrte, spielt EVIL DEAD zweifelsohne in der oberen Liga mit.
Fede Alvarez ist hier mit seinem Spielfilm Debüt ein Spagat gelungen der genug Respekt vor dem Original hat, sich aber auch nicht scheut oder gar Angst davor hat der Neuinterpretation neue Impulse zu verleihen.

Die Tatsache das EVIL DEAD in den US Kinocharts als Neueinstieg direkt auf dem ersten Platz gelandet ist gibt Alvarez und seinem Remake die Bestättigung das er fast alles richtig gemacht hat - es bleibt nun also abzuwarten wie das schon angekündigte Sequel aussehen und abschneiden wird.

9 von 10 Kettensägen